Sicherheit
Richtig eisbaden
Eisbaden ist nicht gefährlich, weil das Wasser kalt ist. Es wird gefährlich, wenn ein paar wenige Dinge nicht beachtet werden.
Eisbaden ist nicht gefährlich, weil das Wasser kalt ist. Es wird gefährlich, wenn ein paar wenige Dinge nicht beachtet werden. Diese Seite ist die Kurzfassung dessen, was in jedem Workshop angeleitet wird.
Die Regeln
- Nie allein. Immer jemand dabei, der an Land bleibt und dich sieht.
- Nie unter Alkohol, Drogen oder starken Medikamenten.
- Nie springen und nie den Kopf untertauchen. Der erste Atemzug kommt unwillkürlich, und unter Wasser atmest du dann Wasser ein.
- Langsam hineingehen und ausatmen, bis der erste Reiz vorbei ist.
- Kurz bleiben. Ein bis drei Minuten reichen. Länger ist nicht besser.
- Nach dem Aussteigen abtrocknen, anziehen und in Bewegung kommen.
- Nicht in die heiße Badewanne und nicht unter die heiße Dusche. Warum, steht weiter unten.
- Bei Herz- und Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Epilepsie oder in der Schwangerschaft vorher ärztlich abklären.
- Nachzittern ist normal und darf zwanzig Minuten dauern.
- Im Zweifel raus. Es kostet nichts, früher auszusteigen.

Wenn es warm wird, ist das ein Warnsignal
Das ist der Punkt, den fast niemand von selbst weiß. Eine Unterkühlung fühlt sich ab einem gewissen Grad nicht mehr kalt an. Unter etwa zweiunddreißig Grad Körpertemperatur hört das Zittern auf und es wird einem wieder warm. Aus genau diesem Grund findet man erfrorene Bergsteiger, die sich vorher ausgezogen haben.
Daraus stammt eine finnische Faustregel, die hier gerne weitergegeben wird. Wenn du im Eiswasser sitzt und es wird dir angenehm warm, dann bist du nicht besonders gut trainiert. Dann ist es Zeit, rauszugehen.
Warum die heiße Badewanne danach die schlechteste Idee ist
Im kalten Wasser hält der Körper die Gefäße in Armen und Beinen eng. Das Blut dort kühlt deutlich stärker aus als in der Körpermitte, bleibt aber, wo es ist. In der Hitze gehen diese Schleusen schlagartig wieder auf, und das kalte Blut schießt in eine Mitte, die ohnehin schon abgekühlt ist. Dadurch fällt die Körperkerntemperatur weiter, statt zu steigen.
Wasser wirkt dabei viel schneller als Luft, weil es Wärme ungleich besser leitet. Eine warme Badewanne ist deshalb heikler als eine Sauna mit deutlich höherer Temperatur. Warm werden sollst du von innen, durch Bewegung, und langsam.
FAQ
Wie lange soll ich im Wasser bleiben?
Beim ersten Mal reicht eine halbe bis eine Minute vollkommen. Wer regelmäßig geht, bleibt meist zwei bis drei Minuten. Länger bringt keinen zusätzlichen Nutzen und erhöht nur das Risiko einer Auskühlung.
Was ziehe ich an?
Badebekleidung, dazu Handtuch und warme, weite Kleidung zum schnellen Anziehen danach. Mütze und Schuhe sind im Winter wichtiger als alles andere. Neoprensocken und Handschuhe sind erlaubt, wenn dir Finger und Zehen sonst zu schnell wehtun.
Muss ich vorher fit sein?
Nein. Eisbaden ist keine sportliche Leistung. Entscheidend ist ein gesunder Kreislauf, nicht Kondition. Wer eine Herz- oder Kreislauferkrankung hat, klärt vorher ärztlich ab.
Was ist, wenn ich es doch nicht schaffe?
Dann schaffst du es nicht, und das ist in Ordnung. Niemand wird ins Wasser geredet. Es sind regelmäßig Leute dabei, die beim ersten Termin bis zu den Knien gehen und beim zweiten ganz hinein.
Kann ich alleine üben, wenn ich es einmal gelernt habe?
Ins offene Wasser bitte nie allein, unabhängig von der Erfahrung. Für zu Hause ist die kalte Dusche der sichere Weg, sich an den Reiz zu gewöhnen. Wanne oder Tonne im Garten nur, wenn jemand in Rufweite ist.
Ab welcher Temperatur ist es Eisbaden?
Üblicherweise spricht man unter etwa fünf Grad Wassertemperatur von Eisbaden. Der Reiz beginnt aber weit darüber: Auch zehn Grad fühlen sich beim ersten Mal sehr eindeutig an.

